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Die Lutherkirche in Görlitz

Anschrift:
Ev. Innenstadtgemeinde Görlitz, Bei der Peterskirche 9, 02826 Görlitz
Lutherkirche am Lutherplatz, 02826 Görlitz

Einweihung der Kirche: 6. Mai 1901

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Gründung und Namensgebung

Das Wachstum der Stadt Görlitz führte ab 1885 zu Überlegungen für einen Kirchenneubau. Vorgeschlagen wurde dafür das Areal der Gewerbeausstellung von 1885, der Drachenfels.
Es dauerte 13 Jahre bis der Grundstein gelegt werden konnte: am 10.11.1898, dem 415. Geburtstag Luthers. Die Einweihung fand dann bereits am 6.5.1901 statt.
Erster „Arbeitstitel“ für die neue Kirche war „Ev. Kirche auf dem Drachenfelsen“, auch „Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche“ war in Diskussion (1888), wurde aber aufgrund der anderen Bauten zur Huldigung des Kaisers in Görlitz verworfen.
Die Konzeption einer protestantischen Predigtkirche und die Tatsache des ersten protestantischen Kirchenneubaus in Görlitz nach der Reformation führten bis zur Grundsteinlegung zur Festlegung auf den Namen des Reformators. Die Weihepredigt von Pfr. Nithack-Stahn erläutert eindrucksvoll das theologische Konzept der Kirche.

Die Architekten waren Arno Eugen Fritsche (auch Architekt der Lutherkirche in Spandau, Meisterschüler von Johannes Otzen) und Adolf Cornehls. Der Kirchenbau erfolgte nach dem „Wiesbadener Programm“, benannt nach der Wiesbadener Ringkirche. Es entstand ein neoromanischer Zentralbau mit einem 58 m hohen Turm.
Elemente der Innenausstattungen von Prof. Wilhelm Haverkamp wurden unter Verwendung von Jugendstilelementen gestaltet. Hervorzuheben sind u.a. die Fenster, Wandbilder von Oskar Popp und die 4 Evangelisten im Altarraum, Kanzel und Taufstein, der große Deckenleuchter von Siemens & Halske. 

Geschichte

Die Kirche erlitt nur geringe Kriegsschäden, aber nach dem 2. Weltkrieg erfolgten zunächst kaum Instandsetzungsarbeiten. Endlich gelang von 1976-81 die Renovierung der Kirche durch Spenden aus der BRD.
1904 wurde das Lutherdenkmal vor der Kirche eingeweiht, es ist das erste Lutherdenkmal Schlesiens und ein Nachguss des Denkmal von Rietschel in Worms. 1942 wurde es zu Kriegszwecken eingeschmolzen. 1981 gründeten ehemalige Görlitzer in Hamburg  einen Förderverein zur Wiedererrichung des Denkmals. Die alte Form konnte in Lauchhammer ausfindig gemacht werden. Es gelang dem Fördervein die Mittel zur Restaurierung der Form und der Wiedererrichtung des Denkmals einzusammeln, so dass es am 30.10.1983 im Jahr des 500. Geburtstags Luthers wieder aufgestellt werden konnte.

Heute

Die Gemeinde der Lutherkirche ist heute Teil der "Innenstadtgemeinde Görlitz" mit den 4 Kirchen

  • Stadtkirche St. Peter und Paul
  • Dreifaltigkeitskirche
  • Frauenkirche
  • Lutherkirche.

 

In der Lutherkirche wird von Karfreitag bis zum Reformationsfest jeden Sonntag Gottesdienst und Kindergottesdienst gefeiert. Große Resonanz finden die Konzerte in der Lutherkirche.
Schwerpunkt der Gemeindearbeit ist die soziale Betreuung im Kiez: Kindertage im Sommer, soziale Kontaktarbeit zusammen mit der evangelischen Stadtmission auf dem Lutherplatz mit dem wöchentlichen "Suppenküchenmobil".

In der Gemeinde ist es Tradition, dass die Konfirmanden eine Arbeit zu einem selbst gewählten Thema anfertigen und in der Gemeinde vorstellen. Michael W. Domsgen hat 2016 eine Arbeit über die Lutherkirche geschrieben, die viele weitere Informationen zum Kirchenbau gibt und die wir hier veröffentlichen dürfen.

Eine große Herausforderung ist die Erhaltung des Baudenkmals Lutherkirche (Artikel in der Zeitschrift "Monumente", Ausgabe 1/2017).

Letzte Änderung am: 16.10.2017